Klärwerk-Einsatz auf Messers Schneide


Wenn es regnet, dann gießt es zuweilen: Während 33 Helfer des THW Neuburg am Sonntag, 2. Juni, mit den Aufbauarbeiten des Hochwasserschutzwalls am Donaukai beschäftigt waren, brach im Neuburger Klärwerk eine Leitung, die geklärtes Wasser zurück in die Donau pumpte. Das Wasser floss durch das Leck dorthin zurück, wo es hergekommen war und überflutete ein Pumphaus im Klärwerk. Ohne schnelles Eingreifen hätte dieser Zwischenfall den Untergang Neuburgs bedeuten können, obwohl der Hochwasserpegel zu dieser Zeit „nur“ 5,80 Meter zeigte und damit eigentlich keine Gefahr darstellte. Das Leck musste geflickt werden – Alarm für das THW Neuburg! Von Sonntagabend bis Montagmittag waren dauerhaft sechs Helfer damit beschäftigt, mit einer THW-Pumpe eine Ersatzleitung zu betreiben, die in dieser Zeit mehr als 1,4 Millionen Liter Wasser in die Donau förderte. Wäre dieser „Bypass“ durch das THW nicht erfolgt, hätte das durch das Abwassernetz zurückströmende Wasser ausgereicht, die Innenstadt zu fluten.


Der Rohrbruch war nach Angaben von Paul Leikam, Leiter des Amtes für Entwässerung und Hochwasserschutz der Stadt Neuburg, keine direkte Folge des steigenden Wasserpegels in der Donau. Wahrscheinlich sei eine Materialermüdung aufgrund des Alters der Leitung. Die alarmierte THW-Einheit versuchte zunächst mit vielen Mitteln, das Leck geschlagene Rohr wieder abzudichten. Dies gelang schließlich mit einem Mantel aus schnell trocknendem Zement, welcher in aller Eile aus einem örtlichen Baustoffhandel geholt wurde. Um die Original-Pumpstrecke weiter zu betreiben war es allerdings schon zu spät. Rücklaufendes Wasser hatte zwei im Klärwerk verbaute Pumpen beschädigt, sie fielen aus. Die kaputten Maschinen wurden auf den MAN-Ladekran des THW verlastet und per Blaulicht-Fahrt zu einer Spezialwerkstatt in der Region gebracht.


Um sicher zu stellen, dass das geklärte Wasser weiterhin in die Donau geleitet wurde, installierte ein weiterer THW-Trupp derweil eine mobile Großpumpe mit einer Förderleistung von 12.000 Litern pro Minute und eine entsprechende Schlauchstrecke. Diese Pumpe wurde schließlich gegen ein leistungsfähigeres Modell (16.000 Liter pro Minute) ausgetauscht, um auf Nummer sicher zu gehen. Den Betrieb der Pumpen überwachten je zwei Maschinisten in drei Schichten solange, bis Montagmittag die Original-Pumpstrecke repariert war. Die Abbauarbeiten beschäftigten die Helfer des THW bis zum späten Nachmittag.

 

 

Text: Sebastian Hofmann

Bilder: Florian Leichtenstern