THW und Feuerwehr bauen Wall am Donaukai auf

Tag 2 mit drohendem Hochwasser in Neuburg: Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und der Einsatzkräfte wollten kein Risiko eingehen, am vergangenen Sonntag wurde ab 15 Uhr der mobile Hochwasserschutzwall am Donaukai aufgebaut. Hauptverantwortlich für diese Aufgabe war wie immer der Ortsverband Neuburg des Technischen Hilfswerks. Unterstützung erfuhren die Helfer des THW von der Neuburger Stadtfeuerwehr, deren Trupp nicht nur die Oskar-Wittmann-Straße entlang des Kai für den Autoverkehr sperrte, sondern auch kräftig bei Einbau der Dammbalken mit anpackte. Wer arbeitet, muss auch essen, und so rückte der BRK Küchenzug zur Verpflegung von THW und Feuerwehr an. Kurz vor 21 Uhr war das Werk vollbracht und die Aluwand bildete einen undurchdringlichen Schutz gegen die Wassermassen zu Füßen der Schlosskulisse.


Es war 14 Uhr am Sonntag, als die entscheidende Lagebesprechung des Tages stattfand. Die Anwesenden – Führungskräfte der Blaulicht-Organisationen, Vertreter aus Stadtverwaltung und Katastrophenschutzstab des Landratsamtes, diskutierten, ob der mobile Hochwasserschutz bereits erweitert werden sollte, nachdem die THWler bereits am Abend zuvor den Abschnitt „Zur Hölle“ errichtet hatten - den Bericht dazu gibt's hier . Die Prognosen stellten zu diesem Zeitpunkt einen Pegel von 5,80 Metern in Aussicht – kein Wasserstand, den Neuburg fürchten muss. Feuerwehrreferent Hans Mayr brachte es aber mit der Aussage, dass man sich „nicht verzocken“ wolle und den Bürger ein gutes Gefühl geben solle, auf den Punkt. Er erhielt von allen Seiten Zustimmung für den Vorschlag, den Wall mit halber Maximalhöhe entlang des Donaukai aufbauen zu lassen. Es konnte losgehen.


THW-intern war bereits vier Stunden zuvor die Entscheidung gefallen, alles nötige Material für diesen Abschnitt von den Lagerhallen im Klärwerk hin zum Donaukai zu transportieren. Dies war mit nur einem kleinen Teil der Mannschaft erfolgt, um die Kräfte der Truppe zu schonen. Dennoch war fast alles Material bereits vor Ort, als um 14.25 Uhr die Alarmierung über Groupalarm ausgelöst wurde.


Pünktlich um 15 Uhr machte sich dann die Gesamtmannschaft mit einer Stärke von 33 Helfern ans Werk. Direkt in der Oskar-Wittmann-Straße wurde die Einsatzzentrale des THW mit dem Zugtruppfahrzeug 21/10 errichtet. Drei Mann koordinierten von dort aus die Logistik des Aufbaus, die Helfer arbeiteten in drei separaten Trupps. Unterstützt wurden sie von zehn Helfern der Feuerwehr Neuburg. Deren Kommandant Christian Braun hatte bereits am Tag zuvor die Hilfe angeboten, die das THW gerne angenommen hat.


Bei der nächsten Lagebesprechung um 17.30 Uhr meldete das THW, dass bereits alle Stahlständer am Donaukai montiert waren, von der Brücke bis zur Rossschwemm waren sogar schon Balken eingesetzt. Hätte die Mannschaft in diesem Tempo weiterarbeiten können, wäre der silberne Schutzschild der Stadt wahrscheinlich schon früher fertig gewesen. Doch just, als das Uhrwerk der Arbeitenden rund lief, brach im Neuburger Klärwerk ein Rohr. Ein Teil der Helfer musste eilig dorthin abrücken und retten, was zu retten war - den Bericht dazu gibt's hier . Als es schon wieder ans aufräumen der leeren Transportpaletten ging, erhielten die Neuburger THWler den nächsten Alarm: Reichertshofen ging unter, Helfer wurden dringend gebraucht (Bericht folgt). Für 22 Mann der Neuburger Truppe war die Nacht noch lange nicht vorbei.

 

Sebastian Hofmann

Zugführer