THW im Hochwassereinsatz

Das THW Neuburg war am Samstag bereits mehrfach wegen des anhalten hohen Pegels der Donau im Einsatz. Zum einen haben die Helfer des Ortsverbandes Neuburg das Kunstwerk "undundund" aus der Donau geborgen, Samstagabend wurde dann der Mobile Hochwasserschutz im Bereich "Zur Hölle" aufgebaut.

Es hätte eigentlich ein Übungs-Samstag für das THW Neuburg und die Stadtfeuerwehr werden sollen. Für den 1. Juni hatten beide Organisationen geplant, die gemeinsam verwarte Ölsperre oberhalb der Staustufe Bittenbrunn einzubringen, um so für den Ernstfall gerüstet zu sein. Doch soweit kam es nicht.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatten die Führungsspitzen beider Blaulichtorganisationen beschlossen, die Übung abzusagen. Denn durch den anhaltenden Regen war die Donau so stark angeschwollen, dass die Staustufen ihre Wehre öffnen mussten. Ein gefahrloses Arbeiten während der Übung wäre für Bootsbesatzungen nicht mehr möglich gewesen.

Ein freier Samstag für die Einsatzkräfte? Mitnichten! Denn der Pegel der Donau deutete in Richtung Hochwasser. Nach Rücksprache mit dem Leiter des Amtes für Abwasserenstorgung und Hochwasserschutz der Stadt Neuburg, Paul Leikam, erhielt das THW Neuburg am Samstag um 12 Uhr den Auftrag, das Schwimmkunstwerk "undundund" aus der Donau zu bergen. Hintergrund: Ab einem bestimmten Pegel und der damit verbundenen Fließgeschwindigkeit des Wassers besteht die Gefahr, dass das Kunstwerk Schaden durch die Fluten nimmt.

Mit zwei Booten bargen insgesmat elf Helfer des THW Neuburg das Kunstwerk, die Firma Karl Schad aus Neuburg unterstützte die Helfer dabei mit einem bereitgestellten Bagger - samt Baumaschinenführer - und einem LKW mit Tiefladeanhänger für den Abtransport des Kunstwerkes.

Feierabend? Noch lange nicht! Die Erfahrungen der vergangenen Hochwasser-Situationen in Neuburg hat die Helfer von THW, Feuerwehr und vielen anderen Organisationen gelehrt, voraus zu blicken. Die Situation am Samstagnachmittag war undurchsichtig, ein Prognose, wie sich der Pegel im Bereich Neuburg entwickeln würde, war schier unmöglich. Dennoch entschieden sich die THW-Führung und die Neuburger Stadtverwaltung nach einer Warnung des Wasserwirtschaftsamtes Ingolstadt, kein Risiko einzugehen. Die Warnung besagte, dass mit einem Hochwasser ähnlich dem des Jahres 2005 (Pegelstand 6,23 Meter) zu rechnen sei, deshalb begannen rund 20 Helfer des THW noch Samstagabend damit, erste Teile des Mobilen Hochwasserschutzes der Innenstadt zu installieren. Gesichert wurden durch die Aluminiumwände die Abschnitte "Zur Hölle" sowie die ehemalige Schilchermühle und der tiefste Punkt der Leopoldineninsel. Bei letztgenannter Baustelle bekam das THW dankbar angenommene Unterstützung durch die Feuerwehr Neuburg, die eine versperrte Zugangstür binnen kürzester Zeit zerstörungsfrei öffnete. Vielen Dank an die Kameraden der Feuerwehr auch noch an dieser Stelle!

Dieser Hochwassereinsatz war für die Helfer des THW Neuburg um 22 Uhr zu Ende. Was die kommenden Tage bringen, ist nicht abzuschätzen. Eines jedoch ist gewiss: Das THW Neuburg wird alles in seiner Macht stehende tun, gegen die Wassermassen anzukämpfen.

WIR sind für EUCH da!

 

Sebastian Hofmann

Zugführer