Premiere mit Rekord

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu - und die Helfer des Technischen Hilfswerks Neuburg können, quasi zum Saisonabschluss, noch auf eine ganz besondere Leistung zurückblicken. Am 6. und 7. Oktober haben die 40 freiwilligen Helfer geschafft, was als kaum denkbar galt: Der rund 900 Meter lange mobile Hochwasserschutzwall wurde binnen zwölf Stunden komplett aufgebaut - und am gleichen Tag noch zu 90 Prozent wieder abgebaut. Eine Leistung, die ihres Gleichen sucht.

 

Das Jahrhunderthochwasser aus dem Jahr 1999 haben viele Neuburger noch mit Schrecken in Erinnerung. Ein Wasserpegel von 7,35 Metern hatte vor gut 13 Jahren weite Teile der Neuburger Innenstadt unter Wasser gesetzt, rund 20.000 Menschen hatten Schäden zu verzeichnen, die in die Hunderttausende Euro gingen.

 

Seit damals hat sich viel getan in Neuburg. Rund 20 Millionen Euro haben Stadt Neuburg, der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und der Freistaat Bayern in Hochwasserschutzmaßnahmen investiert. Von Deicherweiterungen über zusätzliche Pumpwerke bis hin zu Regenrückhaltebecken ist das Aufgebot an Schutzmaßnahmen vielschichtig.

 

Das Rückgrat in Sachen Hochwasserschutz bildet die mobile Wallanlage, mit dessen Auf- und Abbau, sowie Unterhalt und Pflege das THW Neuburg von der Stadt betraut wurde. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, muss der Wall in regelmäßigen Abständen aufgebaut werden. So gab es am Wochenende des 6. und 7. Oktober eine Premiere: Zum ersten Mal sollten nicht nur alle Elemente der Schutzwand aufgestellt werden, der Aufbau sollte auch in Realreihenfolge stattfinden. 

 

Zu den bereits mehrmals aufgebauten Abschnitten am Donaukai, auf der Leopoldieninsel sowie am Nordufer der Donau sind in den vergangenen beiden Jahren noch die Abschitte am Brandl und "Zur Hölle" hinzugekommen. 

 

Am Samstag, 6. Oktober, begannen die Arbeiten für die Helfer des THW Neuburg bereits gegen 5 Uhr. Um 4.30 Uhr war eine simulierte Alarmierung durch den Hochwasserexperten der Stadt Neuburg, Paul Leikam, an die THW-Führung rausgegangen. Ausgangspunkt der Übung war ein angenommener Wasserstand von über 4 Metern - tatsächlich maß die Donau an diesem Samstag gerade einmal 1,80 Meter Wassertiefe. 

 

Nach Realreihenfolge begannen die Aufbauarbeiten im Abschnitt "Zur Hölle", dem tiefsten Punkt am südlichen Donauufer. Mit der Annahme eines steigenden Pegels nahmen die Helfer parallel den Abschnitt Leopoldineninsel in Angriff. Ebenfalls noch am Vormittag wurden die Schutzanlagen im Brandl installiert. Bereits zur Mittagspause, in der die Helfer des THW vom BRK-Küchenzug auf dem Schrannenplatz verpflegt wurden, waren diese drei Abschnitte aufgestellt und konnten von den Offiziellen der Stadt Neuburg und des Wasserwirtschaftsamtes Ingolstadt abgenommen werden. 

 

Am Nachmittag dann war die größte Baustelle dran: Unter interessierten Blicken vieler Bürger wurde der lange Wall auf dem Donaukai installiert, der von der Donaubrücke bis zum Ruderclub im Osten reicht. Dieser Abschnitt war um 17 Uhr fertig.

 

Und weil die Mannschaft des THW so zufrieden mit der eigenen Leistung und immer noch volle Tatendrang war, wurde noch am selben Tag der größte Teil des Hochwasserschutzwalles wieder abgebaut. Am Sonntag gab es deshalb nur noch Restarbeiten zu erledigen.

 

Das THW Neuburg und seine Helfer bedanken sich ganz herzlich bei der Stadt Neuburg für das entgegengebrachte Vertrauen sowie beim BRK-Küchenzug, der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL), der Polizei Neuburg, der Stadt- und den Stadtteilfeuerwehren und allen beteiligten Organisationen und Ämtern für die hervorragende Zusammenarbeit.

 

Sebastian Hofmann

Zugführer

Bilder von Sebastian Hofmann

und Frank Pfeffer