Hochwasser in Neuburg - THW holt Kunstwerk aus Donau

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage führten in weiten Teilen Süd- und Ostbayerns zu erheblichen Anstiegen der Flusspegel. Bis zu 130 Liter Regen pro Quadratmeter, die örtlich zu verzeichnen waren, suchten ihren Weg in die Seen und Flüsse. Der Deutsche Wetterdienst und die Wasserwirtschaftsämter gaben frühzeitig Unwetter- und Hochwasserwarnungen heraus.

Auch in Neuburg machten sich die Wetterkapriolen bemerkbar. Innerhalb weniger Stunden stieg der Pegel der Donau deutlich an, bis er letztlich sogar die Meldestufe 3 ab einem Pegel von 4,60m erreichte. Der hohe Wasserstand war der Anlass für einen Einsatz des THW Neuburg. Am Donnerstag um 19.00 Uhr Abends ging die Anforderung der Stadt ein, das Kunstwerk „UndUndUnd“ aus der Donau zu bergen. Da weiter steigende Pegel prognostiziert waren musste es aus dem Wasser. Denn ab einer gewissen Höhe darf die Donau aus Sicherheitsgründen nicht mehr befahren werden, die Gefahr für die Einsatzkräfte wäre zu groß.

 

Nach einer Alarmierung durch die Leitstelle Ingolstadt fanden sich die Einsatzkräfte des THW Neuburg im Ortsverband ein. Nach der Erfassung der Stärke durch die Gruppenführer wurden die Helfer in ihre Aufgaben eingewiesen. Mit vier Fahrzeugen und 21 Mann rückten der Zugtrupp und die Fachgruppe Wassergefahren zur Schlösslwiese aus. Unterstützt wurden sie von der ersten Bergungsgruppe. Nach einer Lagebesprechung wurden zwei Boote des Ortsverbandes zu Wasser gelassen und mit Bootsführern, Funkern und Hilfskräften besetzt. Ein Trupp übernahm die Arbeiten an Land, etwa das abkuppeln der Haltestange des Kunstwerks von der Ufermauer. Vor Einbruch der Dunkelheit wurde zudem die Beleuchtung der Einsatzstelle aufgebaut. Koordiniert wurden die Arbeiten durch den Zugführer Erwin Dittenhauser, der seine Anweisungen an die Gruppenführer der Fachgruppen gab.

„Achtung, Baumstamm, 2m lang, 30cm Durchmesser“, drang es während der Arbeiten durch die Funkgeräte der Bootsführer. Ein Sicherungsposten auf der Donaubrücke beobachtete ständig das Wasser und warnte sofort vor Gefahren wie Treibgut, das sich auf die Helfer am Kunstwerk bewegte. „Kunstwerk frei“, konnte schließlich als Lagemeldung aufgezeichnet werden. Von den beiden Booten des THW flankiert, wurde das „UndUndUnd“ ans Ufer zur Slipanlage an der Schlösslwiese geschleppt. Dort wurde es zunächst festgelegt. In einer Lagebesprechung wurde über das weitere Vorgehen beraten. Da der prognostizierte Scheitel der Hochwasserwelle einen Pegel von über 5 Metern betragen sollte, fiel letztlich die Entscheidung, das Kunstwerk aus dem Wasser zu heben und auf dem Parkplatz abzusetzen, so dass keine Gefahr des Abtreibens bestand. Unterstützt wurde das THW dabei durch die Firma Schad, die einen Bagger zur Verfügung stellte, um das Kunstwerk schnell und sicher an Land bringen zu können. Das Kunstwerk wurde an speziellen Traversen angeschlagen, langsam angehoben und an seinen Parkplatz gefahren.

 

Nachdem das Kunstwerk geborgen und die Boote wieder aus dem Wasser gehoben wurden, konnte der Einsatz des THW erfolgreich beendet werden.

Auf Grund der angespannten Lage gilt jedoch bundesweit für das THW als Zivilschutzorganisation eine erhöhte Bereitschaftsstufe, dass im Falle größerer Schadenslagen sofort Unterstützung regionaler Einsatzkräfte zugesichert werden kann.

 

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Neuburger Rundschau