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Technisches Hilfswerk (THW) OV Neuburg
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Zwei Ortsverbände und das Rote Kreuz – gemeinsame Übung in Gunzenhausen

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„Heros Neuburg 21/10 von Heros Ingolstadt 21/10, Frage Standort? Kommen!“„Hier Heros Neuburg 21/10, Standort Kolonne kurz vor Langlau. Ende.“ Die Verbände aus je einem Zugtrupp, zwei Bergungsgruppen, einer Fachgruppe der THW-Ortsverbände Ingolstadt und Neuburg sowie zwei Fahrzeuge des BRK Neuburg nähern sich dem Ziel der Kolonnenfahrt in den Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen. Das THW-Übungsgelände in Langlau war am vergangenen Wochenende zwei Tage in blauer Hand. Die Ortsverbände nutzten die Gelegenheit zusammen mit dem BRK Neuburg Einsatzszenarien abzuarbeiten und gemeinsam Verletzte und vermisste zu retten. Mit dabei waren über 50 Helfer aus beiden THW Ortsverbänden sowie sieben Helfer der Bereitschaft des Roten Kreuz in Neuburg. 

 

Ankunft pünktlich um zehn Uhr

Alarmiert durch die Integrierte Leitstelle Ingolstadt, trafen die Helfer gegen acht Uhr in der Früh in der Unterkunft des Ortsverbandes ein. Nur 20 Minuten später waren die Fahrzeuge bepackt und besetzt, die Kolonnen waren marschbereit. 12 Fahrzeuge bahnten sich ihren Weg durch Städte und Dörfer, die schmalen steigungsreichen Straßen im Altmühltal waren die erste Herausforderung für die Einsatzkräfte. Mancher Passant rieb sich verwundert die Augen, als die lange Kolonne mit Blaulicht und Beflaggung an ihm vorbeizog – zum Glück war nichts passiert. Doch auch die Kolonnenfahrt muss geübt sein, denn auf Grund des bundesweiten Einsatzgebiets muss jeder Ortsverband damit rechnen, seinen Zug viele hundert Kilometer entfernt zum Einsatz zu bringen.Pünktlich um zehn Uhr trafen die THWler und die BRKler in Langlau ein. Das Einweisen der Fahrzeuge und die Aufstellung glich einem Tetris-Spiel. Doch auch hier folgte der Gedanke der Übung: Eine ungeordnete Fahrzeugaufstellung ist in einem Einsatz undenkbar. Die Einsatzleitung muss die Positionen der Fahrzeuge, auch in einem Bereitstellungsraum, klar definieren. Nachdem alle Fahrzeuge ihren Platz gefunden hatten, kehrte aber etwas Gemütlichkeit ein. Gepäck ausladen, Feldbetten aufbauen und sich häuslich einrichten, gemeinsam das Mittagessen vorbereiten.

 

 

Alarm für das Technische Hilfswerk, Hauseinsturz nach Explosion, Personen vermisst

Die Geselligkeit wurde aber jäh unterbrochen, als der Neuburger Zugführer Erwin Dittenhauser den ersten Einsatzbefehl gab. In einem Trümmerhaus wurden mehrere Leute verschüttet. Diese mussten geortet und gerettet werden. Das BRK schickte einen Rettungswagen zur Erstversorgung.Während sich die Bergungsgruppen des Ortsverbandes Neuburg auf den Weg machten, folgte ein Einsatz für das THW Ingolstadt. Der Zugführer Anton Dorner sah sich mit folgendem Auftrag konfrontiert. Auf einem Turm verletzten sich mehrere Personen – eine Bergung über die Leiter des Turmes war nicht möglich. Die umliegenden Feuerwehren waren bereits im Einsatz, eine Drehleiter nicht abkömmlich. Aus diesem Grund mussten die Einsatzkräfte des THW die Personen vom Turm holen. Ein zweiter Trupp des BRK wurde ebenfalls zur Erstversorgung alarmiert.Die beiden Übungsstationen galten der Übung der Kernaufgaben des THW – trainiert wurden die Rettung aus Trümmern, die Rettung aus Höhen und Tiefen und die Übergabe von Verletzten an den Rettungsdienst. Für das BRK bot die Übung die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen zu erleben, Patienten von diesen zu übernehmen und bis zum Transport in eine Klinik weiterzuversorgen. 

 

Leiterhebel und Schleifkorbtrage

Die Rettungsaktionen erfolgten mit der Ausstattung des THW – am Turm wurde aus Steckleitern und Arbeitsleinen ein Leiterhebel gebaut, mit dem die Verletzten aus größeren Höhen abgelassen werden können. Diese Einsatztaktik erforderte eine reibungslose Zusammenarbeit aller Helfer, der Korb mit dem Patienten musste nahezu waagrecht zu Boden gebracht werden. Die Führung der Leiter, die Kontrolle der Leinen – jeder Handgriff musste sitzen.Am Trümmerhaus musste wiederum darauf geachtet werden, dass ein Nachrutschen der Trümmer verhindert wurde. Die Helfer mussten einen sicheren Zugang zu den Verletzten finden und diese mit der Schleifkorbtrage aus dem Gefahrenbereich retten. Die Helfer mussten sich allerdings auch selber sichern, mit Gurten und Sicherheitsleinen, dass sie in den Trümmern nicht auch zu vermissten wurden.Die Teams meisterten die Aufgaben hervorragend – und nach einer Pause wurden die Stationen getauscht. 

 

Tank dicht unter Atemschutz

Eine kniffelige Aufgabe bestand darin, einen leckgeschlagenen Tank abzudichten. Da nicht bekannt war, welche Flüssigkeit das auslaufende Wasser darstellte, mussten spezielle Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Fünf Helfer legten dafür flüssigkeitsdichte Schutzanzüge und Atemschutzgeräte an. Doch zuerst mussten zwei bewusstlose Personen aus dem Gefahrenbereich gerettet werden – bei strahlendem Sonnenschein in der schweren Schutzausstattung keine leichte Aufgabe. Sie wurden den Helfern des BRK Neuburg übergeben, die sich um die rasche medizinische Versorgung kümmerten. Währenddessen machten sich die Helfer unter Atemschutz daran, das Leck in der Wand des Tanks abzudichten. Zum Einsatz kam ein spezielles Dichtkissen, das mit Spanngurten um den runden Tank befestigt wurde. Danach wurde es mit Luft gefüllt und presste einen speziellen Dichtungsgummi an die Tankwand. Das Leck konnte so zu hundert Prozent verschlossen werden, die Helfer konnten dann die restliche Flüssigkeit in spezielle Auffangbehälter pumpen. 

 

Spezialisten auf dem Wasser

Die Fachgruppen Wassergefahren der Ortsverbände Gunzenhausen und Neuburg absolvierten ihren Teil der Übung auf dem Brombachsee. Der Ortsverband Gunzenhausen schloss sich dem Ortsverband Neuburg an, gemeinsam wurden Fahrmanöver trainiert, Szenarien durchgespielt. Ein Übungseinsatz folgte, als ein Notruf einging – Person im Wasser. Ein Kitesurfer war abgestürzt und trieb leblos an der Oberfläche. Die Bootsbesatzungen mussten die Person aufspüren. Nach einer kurzen Suchaktion konnte sie ausfindig gemacht werden. Der Bootsführer musste das Boot nun vorsichtig an die Person heransteuern, dass die Bootsmänner sie an Bord ziehen konnten. Nach der geglückten Rettung wurden sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen. Der inzwischen alarmierte Rettungsdienst wurde zu einem Übergabepunkt bestellt, dort konnte die etwas durchfeuchtete Übungspuppe übergeben werden – ein Mensch wurde natürlich nicht ins kalte Wasser geworfen. Gerade auf großen Seen und im Bereich der Donau kann es zu Badeunfällen kommen. Werden die Personen nicht gleich gefunden, folgt eine Vermisstensuche zu Wasser und in den Uferbereichen. Mit dieser Übung konnten die Spezialisten auf dem Wasser ihr Können unter Beweis stellen. 

 

Der Kameradschaft keinen Abbruch

Wichtig bei gemeinsamen Übungen ist jedoch auch die Kameradschaft – fachsimpeln, diskutieren und auch Freundschaften pflegen – einfach ein Muss.Nach den anstrengenden Übungseinsätzen folgte der gemütliche Teil des Abends. Zum Essen warteten saftige Steaks in der großen Grillpfanne. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde ein Lagerfeuer entfacht, unter freiem Sternenhimmel und lauen Temperaturen.Am nächsten Tag wurde man stilecht mit Blaulicht und Martinshorn geweckt, und nach dem Frühstück machten sich die Kolonnen wieder auf den Weg in die Heimat.

 
 
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