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Technisches Hilfswerk (THW) OV Neuburg
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Großeinsatz am Neuburger Südpark

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Die Situation war kritisch, als die Polizei den Neuburger Südpark am 27. Dezember aus Sicherheitsgründen für Kunden und Belegschaft sperrte. Das Betreten der Gebäude war strengstens verboten. Der Grund: Eine derart hohe Dachlast, dass sich die Stahlträger der Dachkonstruktion merklich verformten.

Ein Statiker musste die Durchbiegung in Augenschein nehmen. Zwar hatten Feuerwehr und THW eine Räumung der Dächer im Vorfeld abgelehnt – schließlich waren sie kurz zuvor auf dem Parkbad und der Parkhalle im Einsatz – doch die neue Situation bedeutete Gefahr im Verzug. Sogar das Landratsamt wurde eingeschaltet.

Für die Einsatzkräfte der Stadt Neuburg bahnte sich ein Großeinsatz an, der zahlreiche Helfer Tag und Nacht in Atem halten sollte. In einer Lagebesprechung mit Einsatzleitern und Statikern wurde zunächst entschieden, dass das ganze Gebäude abgestützt werden musste, bevor das Dach betreten werden durfte.

Diese Maßnahmen wurden dem THW Neuburg übertragen. Über den direkten Kontakt zu Baufirmen wurden 180 Baustützen organisiert. Diese wurden von der Fachgruppe Logistik mit dem Kipper aus Maisach sowie von den Kollegen des THW Erlangen auf der Nürnberger Gegend geholt. Die Helfer der Bergungsgruppen begannen damit, die Einsatzstelle vor Ort einzurichten. Schon am Nachmittag begannen die Arbeiten, die die ganze Nacht andauerten. Die Neuburger Helfer stellten die Stromversorgung mit dem Notstromaggregat des OV Neuburg sicher und errichteten eine großflächige Beleuchtung.

Nach der Anlieferung der Stützen konnten diese mit dem Radlader des Ortsverbandes abgeladen und für den Einbau vorbereitet werden.

 

Arbeiten rund um die Uhr

 

Die Helfer verbauten 100 Stützen im Edeka-Supermarkt. Die großen und schweren Elemente mussten mit der Hand in die Ladenstraße getragen werden. Ein Kraftakt, zweifelsohne. Doch sie konnten nicht einfach aufgestellt werden. Abgehängte Decken, Zierblenden und dergleichen mussten entfernt werden, um die Stützen an den vorgegebenen Punkten posotionieren zu können. Zudem mussten sie gegen Umfallen gesichert werden. Die Helfer hatten im Edeka und im angrenzenden K&L alle Hände voll zu tun.

Ab Mitternacht wurden sie von 12 Helfern vom Ortsverband Donauwörth abgelöst. Sie positionierten 80 Stützen unter dem Dach des Obi-Marktes, denn auch hier war ein Betreten der Dachfläche untersagt.

Die Arbeiten dauerten die ganze Nacht, erst morgens gegen 8 Uhr konnte der Statiker die abgestützten Dachflächen in Augenschein nehmen. Die Sicherheit für Helfer und Kunden war durch die Unterstützung wieder gegeben. So konnten die Läden in der Früh wieder ihre Tore öffnen und das Dach konnte zeitgleich von einer 30cm dicken Schicht aus Schnee und Eis befreit werden.

Die Räumarbeiten übernahmen die Ortsteilfeuerwehren aus Neuburg sowie die freiwillige Feuerwehr der Stadt, die zahllose Kräfte an die Schaufeln schickten. Für sie war es ebenfalls ein kraftraubender Einsatz, der mit größtem Engagement von den Kollegen der Feuerwehren abgearbeitet wurde. Über 20000 Quadratmeter Dachfläche hielten die Helfer auf den Dächern den ganzen Tag lang in Atem. Zudem waren viele Helfer die vergangenen Tage schon auf anderen Dächern im Stadtgebiet im Einsatz. Bauarbeiter verschiedener Firmen hatten zudem seit Tagen versucht, den Schneemassen Herr zu werden.

 

Erst gegen Abend war der komplette Schnee verschwunden. Über 24 Stunden hatte der Einsatz für THW und Feuerwehr gedauert. Wie es so weit kommen konnte und warum sich die Stahlträger der Dachkonstruktion unter dem Gewicht verformten, muss nun durch Statiker geprüft werden. Die Stützen verbleiben so lange in den Gebäuden – die Kunden können sich auf erlebnisreiche Shoppingwochen freuen.

  

 
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