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Technisches Hilfswerk (THW) OV Neuburg
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2 Tage im Zeichen der Übung

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Dröhnende Motoren,  zuckende Blaulichter und zahlreiche Helfer belebten am Freitagabend, 15.10.2010, den Hof des THW Neuburg. An diesem Wochenende stand die 2-Tages-Übung des Ortsverbandes an, bei der die Helfer in einem Programm aus Ausbildungseinheiten und Einsatzszenarien ihr Können unter Beweis stellen konnten.

Der komplette technische Zug und die Fachgruppe Logistik machten sich auf den Weg zum Truppenübungsplatz der Pioniere in Ingolstadt.

Dort angekommen begannen die Helfer mit der Errichtung eines Bereitstellungsraumes, die Fachgruppe Logistik organisierte Getränke und Verpflegung für die Mannschaft und ein Zelt mit Feldbetten wurde als Nachtlager errichtet.

 

Ein Anruf bei den Führungskräften – Boot treibt in der Donau!

 

Doch mitten unter den Arbeiten erreichte ein Anruf die Führungskräfte des Ortsverbandes. In der Donau wurde ein treibendes Boot gesichtet, darin ein Mann, der nicht mehr ansprechbar war. Sofort wurde ein Einsatzzug zusammengestellt und zum gemeldeten Fundort geschickt. Das erste Fahrzeug mit den Helfern des Zugtrupps und dem Einsatzleiter übernahm zunächst eine erste Erkundung. Rasch wurde festgestellt, dass sich im Boot ein Fass mit Gefahrgut befand. Daraufhin wurden alle Helfer angewiesen, ausreichend Sicherheitsabstand zu wahren. Der Zugtrupp konnte den Stoff schnell als Aluminiumbromid in Pulverform identifizieren, dargestellt natürlich durch harmlosen Sand.

 

In Absprache mit den Gruppenführern wurde beschlossen, Helfer in Chemikalienschutzanzügen und leichtem Atemschutz per Boot zur verunfallten Person zu bringen. Die Helfer der Fachgruppe Wassergefahren ließen nach der Erkundung einer geeigneten Stelle ihr Boot zu Wasser. Mit dem Gasspürgerät samt Teleskopsonde wurde zunächst eine Explosionsgefahr ausgeschlossen. So konnte die verunfallte Person schließlich erstversorgt werden.

Zeitgleich traf ein Rettungswagen des BRK Ingolstadt ein, der den Patienten zur weiteren Versorgung übernehmen konnte.

Die Besatzung des Rettungsbootes konnte den Verletzten, der Verätzungen an den Händen und im Gesicht aufwies, vom havarierten Boot umlagern und an Land bringen. Dort wurde der Verunfallte an den Rettungsdienst übergeben werden.

 

Person erfolgreich gerettet

 

Nach der Personenrettung galt es, das Fass mit dem Gefahrgut zu bergen. Es war möglich, das Boot an die Hafenmauer in der Hafenanlage des Übungsgeländes zu schleppen. Von dort aus konnte das Fass mit einem Kran des THW Neuburg, ausgerüstet mit einem speziellen Greifer, geborgen werden.

Das Fass wurde am Ufer abgestellt und durch einen großen Sperrbereich gesichert. Ein Experte, der von der Einsatzleitung angefordert wurde, entschied über das weitere Vorgehen.

 

Obwohl es sich bei dem Szenario nur um eine Übung handelte, arbeiteten die Helfer gut zusammen. Der Zugführer Erwin Dittenhauser, der bei diesem Szenario das Unfallopfer mimte, zeigte sich sehr zufrieden. „Nach knapp einer Stunde konnte mich die Besatzung des Rettungswagens an eine Zielklinik übergeben. Die Helfer haben schnell die Gefahr an der Einsatzstelle erkannt und die richtigen Entscheidungen getroffen.“

 

Nach dem anstrengenden Einsatz am Abend folgte verdientermaßen der kameradschaftliche Teil des Abends bei Grillfleisch und Lagerfeuer.

 

Am nächsten Tag stand die Bergung eines weiteren Fasses auf dem Programm, allerdings nicht von einem Boot, sondern vom Grund der Donau. Dazu errichteten die Helfer eine schwimmende Plattform aus den Jetfloat-Elementen und Portal mit dem Einsatz-Grüst-System. Über einen Greifzug konnte das Fass aus der Donau gehoben werden. Nachdem es auf der Plattform gesichert wurde, konnte es ans Ufer befördert werden. Von dort aus wurde es wiederum mit einem Kran an Land gehoben.

 

Nach zwei anstrengenden Tagen machten sich die Helfer am Samstagnachmittag wieder auf den Heimweg und konnten sich auf ihr wohl verdientes Wochenende freuen.

Getrübt wurde die Stimmung an diese Wochenende durch den Tod unserer Kollegin Katrin Schoel, die als Helferin der Fachgruppe Wassergefahren schmerzlich vermisst wurde.

 

 
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