Startseite | Erreichbarkeit | Suche | Impressum
Technisches Hilfswerk (THW) OV Neuburg
Sie sind hier: Startseite Aktuelles Ausbildung / Übung Großübung des Technischen Zuges und der Fachgruppe Logistik

Großübung des Technischen Zuges und der Fachgruppe Logistik

Drucken

Das hat man noch nicht oft gesehen, alle Fahrzeuge des THW Neuburg in einer langen Kolonne. Manch einer mag schon an schlimmes gedacht haben, als sich der Tross mit Blaulicht seinen Weg durch Neuburg bahnte. Doch das Ziel war das Übungsgelände des Ortsverbandes Pfaffenhofen, auf dem die Neuburger zwei Tage lang das Retten und Bergen trainierten und den Ernstfall erprobten.

Schon die Anfahrt war das erste Übungsziel, das Kolonnenfahren will gelernt sein. Wie fährt man, um den kompletten Zug zusammenzuhalten, wie lässt man Autos auf der Autobahn einfädeln, wie verhält man sich in engen Straßen – so manchem trieb die Fahrt durch die Pfaffenhofener Fußgängerzone die Schweißtropfen auf die Stirn. „Aber draußen im Einsatz geht’s auch immer eng zu“, wussten die Helfer und waren froh, endlich das zeigen zu können, was sie gelernt hatten.


Es werde Licht

Als der Zug auf dem Übungsgelände ankam, war es schon dunkel. Und gleich nach der Aufstellung der Fahrzeuge gab Erwin Dittenhauser, der neue Zugführer und Initiator der Übung, die ersten Befehle: „Aufbau einer zentralen Beleuchtung, Ausleuchtung des Trümmerkegels und Inbetriebnahme des Notstromaggregates.“

Innerhalb kürzester Zeit war das Gelände hell erleuchtet und die Bergungsübung konnte beginnen. „Auffinden und bergen einer vermissten Person aus einem Trümmerhaus“, lautete der Einsatzauftrag.

Während die Fachmänner die Lage erkundeten ,errichtete die Fachgruppe Logistik schon ihren Stützpunkt. Ein mobiler Container diente als Einsatzleitstelle der Logistikführung, der Werkstattcontainer stand für Reparaturen bereit und die Helfer der Fachgruppe bauten sogleich ein Zelt als Nachtlager auf. Es wurde mit Heizlüftern und einer Zeltbeleuchtung ausgestattet, sodass die Helfer des Technischen Zuges dort die Nacht verbringen konnten. Meist dauern die Einsätze des THW mehrere Tage oder Wochen, dass die Übernachtung auf Feldbetten schon fast Routine war.


Gelände erkundet, Person geortet

Die vermisste Person wurde geortet, Weg durch Gasflaschen versperrt. Keine Warnung des Spürgerätes.“ Nachdem das Gelände erkundet war und die Lage eingeschätzt wurde, konnte über das weitere Vorgehen entschieden werden. Zwei versteckte Gasflaschen, in diesem Fall komplett entleert, sollten erreichen, dass die Helfer ein Bewusstsein für mögliche Gefahren am Einsatzort entwickeln. Und professionell wurden am Trümmerkegel Messungen mit einem Gasspürgerät durchgeführt und die Gasflaschen als potenzielle Gefahrenquelle entdeckt. Ohne Alarm des Gerätes verhielten sich die Helfer dennoch korrekt und meldeten dies sofort an die Einsatzleitung. Nachdem eine sichere Bergung des Opfers gewährleistet war, drangen zwei Helfer, davon ein Sanitäter des Zuges, zu der Person vor und übernahmen die Erstversorgung. Mit einem speziellen Schleifkorb wurde das Opfer dann aus einem unterirdischen Tunnel befreit und mit vereinten Kräften an die Oberfläche gebracht, wo es der weiteren Behandlung übergeben werden konnte.


Mit vereinten Kräften

Gut, dass wir ein Team sind“, verlautete es, denn alleine ist so eine Rettungsaktion unmöglich. Schon das Umlagern in den Schleifkorb war ein Kraftakt, der nur durch ein gegenseitiges Zusammenhelfen möglich war; geschweige denn der Transport des Opfers. Umso wichtiger ist also der Zusammenhalt und das Kameradschaftsgefühl, das die Großübung ebenfalls vermitteln sollte. Nach der anstrengenden Arbeit wurde also erstmal der Grill angeheizt und man saß in geselliger Runde bis in die Nacht zusammen. „Es ist wichtig, die Ausbildung nicht zu vernachlässigen, aber auch den Spaß und die Kameradschaft nicht zu kurz kommen zu lassen“, unterstreicht der Zugführer, der selber für viel Spaß zu haben ist, aber auch genau weiß, wann es auf eine konzentrierte Arbeit ankommt. So ertönte am nächsten Morgen das Signal zum Frühstück und die neuen Aufgaben warteten auch schon auf die zahlreichen Helfer. „1. Bergungsgruppe: Bau einer Seilbahn aus dem zweiten Stock, 2. Bergungsgruppe: Bewegen von Lasten mittels Hydraulikwerkzeug“


Routiniertes Arbeiten bis zum Schluss

Die Helfer arbeiteten wieder eng zusammen, für augenscheinlich unlösbare Probleme wurden Alternativen erarbeitet und auch in die Tat umgesetzt. Schließlich ist auch im Einsatz Kreativität gefragt, denn selten liegt eine Lösung gleich auf der Hand. „Aber die Gruppe ist fit, eine gewisse Erfahrung zahlt sich aus, und die Jungen lernen dabei“, lobte Erwin Dittenhauser seine Helfer. Er selbst fungierte als Einsatzleiter und Schiedsrichter, zeigte Fehler auf und erklärte im selben Atemzug, wie man es richtig macht. „Ein Blick für die Gefahren im Einsatz entwickelt sich eben nur, wenn man immer wieder übt und übt.“ So waren die Helfer zwar froh, am Ende die Heimfahrt antreten zu können, aber man spürte auch eine neue Motivation. Die Übung war zweifellos ein Erfolg und wichtig für den Ortsverband, der dadurch erneut seine Aktivität unter Beweis stellte. „Und es ist gut, dass uns Neuburg jetzt sieht.“, denn dass alle Fahrzeuge des Ortsverbandes gleichzeitig unterwegs sind, ist doch eher selten der Fall.

 

Weiterführende Links:

Donaukurier

Neuburger Rundschau

 

 
 nach oben
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk Ortsverband Neuburg | Schleifmühlweg 27a | 86633 Neuburg