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Technisches Hilfswerk (THW) OV Neuburg
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Über 400 Tonnen schwer und fast 100 Meter lang – mit dem THW durch Neuburg

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Etwas großes kündigt sich an, wenn man am Betriebsgelände der Firma Krämer in Rain am Lech vorbeikommt. Zwei große Behälter stehen auf dem Hof und warten auf ihren Abtransport.

 

Blaulicht soweit das Auge reicht

Am Mittwoch, den 5. August, war es soweit. Die großen Flüssiggastanks, die für die Firma LyondellBasell in Münchsmünster gebaut wurden, machten sich auf den Weg zu ihrem Bestimmungsort. Die Tanks haben enorme Ausmaße, jeder von ihnen ist fast 50 Meter lang, etwa 5 Meter breit und 6 Meter hoch und wiegt 220 Tonnen. Es ist also klar, dass man mit einem normalen LKW nicht sehr weit kommt, ganz allein ohne Begleitung schon gar nicht. Ein Spezialtransporter musste her, bestehend aus einer 660 PS starken Schwerlastzugmaschine mit einem Modulanhänger mit 22 Achslinien. Und das ganze mal zwei. Zudem musste der Transport von zahlreichen Fahrzeugen begleitet werden. Im Einsatz waren neben Verkehrsdiensten und Fahrzeugen der Spedition Kübler sowie der Polizei auch 5 Mannschaftstransporter des Technischen Hilfswerkes.

 

Von langer Hand geplant

Die Planungen für den Transport begannen schon lange davor. Etwa vier Monate nahmen die Planungen in Anspruch. Eine passende Strecke ohne Hindernisse musste gefunden werden, zudem benötigte man viel Personal und Equipment, um die Behälter an ihren Bestimmungsort zu bringen. Man musste vieles berücksichtigen, Beispielsweise die Traglasten von Brücken, die nicht überschritten werden durften oder Engpässe an Kreuzungen und Kurven. Zudem durfte man nur in der Nacht fahren, um den Verkehr nicht unnötig zu behindern.

 

Auftrag der Geschäftsstelle: Begleitung eines Schwertransports

Im Vorfeld wurde ein Konzept ausgearbeitet, wie man die Kolosse von Rain nach Münchsmünster begleiten konnte. Um Kreuzungen und Einmündungen zu sperren und den Verkehr umzuleiten, waren zahlreiche Einsatzkräfte nötig. Das THW verfügte über das entsprechende Potenzial und wurde deshalb von der Verkehrspolizei Ingolstadt auf Geschäftsstellenebene um Unterstützung gebeten. Von der Geschäftsstelle erging der Auftrag an die vier Ortsverbände, Donauwörth, Neuburg, Ingolstadt und Pfaffenhofen, deren Gebiet der Schwertransport durchquerte, die nötigen Fahrzeuge und Einsatzkräfte zu stellen. Das Technische Hilfswerk sicherte umgehend seine Unterstützung zu und so fand man sich am Mittwoch Abend in Rain am Lech ein. Im Wechsel wurden durch die Einsatzfahrzeuge die Kreuzungen und Einmündungen, die der Transport passieren sollte, gesperrt. Ein Polizeifahrzeug unmittelbar vor den Schwerlastzügen löste das THW ab, das sich sofort wieder zur nächsten zu sperrenden Straße begab. So konnte die gesamte Strecke frei gehalten werden.

 

Stadt, Land, Fluss – die erste Etappe

Begleitet von zahlreichen Schaulustigen startete die erste Etappe in der Nacht von Montag auf Dienstag in Rain am Lech und fuhr nach Dünzlau, wo der Transport auf einem Parkplatz an der Bundesstraße den Tag über pausierte. In Rain wartete schon die erste Herausforderung. Kurz nach Beginn der Fahrt gegen 21.00 Uhr musste die Achslast an einer Brücke minimiert werden, um sie passieren zu können. Nach der Brücke wartete auch schon eine Enge kurve, durch die sich der Transport mit Schrittgeschwindigkeit schlängelte. Es blieb nicht viel Platz, zu Straßenlaternen, Verkehrsschildern oder Gartenmauern fehlten oft nur Zentimeter. Endlich aus dem Stadtgebiet ging es über Dörfer wie Gempfing, Ehekirchen und Rohrenfels nach Neuburg, wo es nochmal eng wurde. Am Schwalbanger musste, wie schon einmal zuvor, die Fahrtrichtung gewechselt werden. Die Schwerlastkombinationen fuhren von der Augsburger Straße in die Beethovenstraße, kuppelten die Zugmaschinen ab und am anderen Ende der Tieflader wieder an und fuhren in entgegengesetzter Richtung durch das Wohngebiet am Schwalbanger. Danach ging es auf die B 16 nach Zell, über die Donaustaustufe bei Bergheim, nach Irgertsheim und nach Dünzlau.

 

Im Großstadtrevier – die zweite Etappe

Die zweite Etappe führte ab 22.00 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von Dünzlau durch das Stadtgebiet von Ingolstadt nach Münchsmünster. Nachdem sich der Transport durch Gerolfing geschlängelt hatte, wartete an der Krezung am Klinikum wieder ein Nadelör, auf Grund der engen Kurven musste auch hier umgekuppelt werden, bevor es durch den Audikreisel in Richtung Marktkauf ging. An der Saturnarena vorbei ging es über die Manchingerstraße nach Vorhburg und von dort aus über die B 16a zur Firma Basell bei Münchsmünster. Um halb drei, eineinhalb Stunden früher als geplant, trafen die Flüssiggastanks am Ziel ein.

Die Zusammenarbeit zwischen dem THW, der Polizei, der Transportfirma und allen weiteren Beteiligten funktionierte tadellos. „Das läuft super, alles weiträumig abgesperrt, keine Hindernisse auf der Strecke, so funktioniert das selten!“, lobte ein Mitarbeiter der Spedition die gute Begleitung. „Das nächste mal, wenn so ein Tarnsport ansteht, wissen wir, an wen wir uns wenden müssen!“, wurde das Zusammenspiel von der Polizei gelobt.

Für die Helfer der vier Ortsverbände war der Transport ein Highlight, denn „sowas ist schon gigantisch...das sieht man auch nicht jeden Tag!“

 

Weiterführende Links:

 

Spedition Kübler

Neuburger Rundschau

Bericht Donaukurier

Bildergalerie Donaukurier

 
 
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